AUSSTELLUNGEN
Aktuell sind in Jamlitz im öffentlichen Raum folgende künstlerische Arbeiten dauerhaft zu sehen:
Johannes Pfeiffer: "Klangschwellen", 2021/2024, Ort: nähe Justus Delbrück-Haus / am Heideradweg
Günther Zins: "Mauerleporello", 2023, Ort: Giebel Am Schäferteich 6 / am Heideradweg
Christian Hasucha: "davor, dabei, danach" (Foto unten), 2025, Ort: Giebel Alte Mühle am Mühlenteich 2
Rudolf Grunemann: "Deutschland einig Vaterland", 1953, Ort: Dorfgemeinschaftshaus Foyer, Schulstraße 12

AKTUELL
"Vom Verschwinden"
Mit der Ausstellung „Vom Verschwinden“ (2025) findet eine Ausstellungsreihe ihren Abschluss, die mit „Standort_Bestimmung“(2021) und „Bestand und Fiktion“(2023) begann. Im Begleitprogramm zur diesjährigen Ausstellung "Identität und Erinnerung" steht die Frage nach der eigenen Identität im Mittelpunkt.
Im Zentrum dieser Ausstellung stehen jene Orte, die durch Leerstand, Überwucherung, Vernachlässigung oder Verfall geprägt sind – ebenso wie die darin verborgenen Potenziale für neue Sichtweisen und Denkansätze.
Ausgehend von diesen Themen bieten wir den teilnehmenden Künstler*innen ausgewählte Orte im öffentlichen Raum der Gemeinde Jamlitz an. An diesen Standorten können sie durch gezielte Beobachtungen ortsspezifische Installationen und Interventionen entwickeln, die soziale, historische und gesellschaftliche Strukturen einbeziehen und reflektieren.
Mit freundlicher Unterstützung durch Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bildung des Landes Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald, Mittelbrandenburgische Sparkasse, Gemeinde Jamlitz, Elektro Sprenger und Fischerei und Teichwirtschaft Janke und Müller GbR sowie vielen weiteren Jamlitzern, die ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt haben.
Ausstellungszeitraum: 09.08. — 07.09.2025
Künstlerische Leitung: Anna Grunemann + Hannes Forster
Ausstellungsort: Jamlitz
Beteiligte Künstler*innen: Harald Hauswald, Christian Hasucha, Chris Hinze, Matthias Lehmann, Lotte Lindner+Till Steinbrenner, Franziska Möbius, Susken Rosenthal
"Paar auf Schwalbe", 1984, Foto: Harald Hauswald
Harald Hauswald
Berlin
Harald Hauswald wurde 1954 in Radebeul bei Dresden geboren. Nach einer Fotografenlehre und verschiedenen Jobs zog es ihn 1978 nach Ostberlin. Sein soziales Interesse und seine künstlerische Vision machten ihn zu einem prägenden Fotografen der DDR-Geschichte. Ab Mitte der 1980er veröffentlichte er Fotoreportagen in westlichen Magazinen wie GEO und taz. 1989 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, 1990 Mitgründer der Agentur OSTKREUZ. Heute zählt Hauswald zu den bedeutenden deutschen Fotografen. In Jamlitz ist eine Schau seiner Bilder aus den 1980er Jahren zu sehen. In der 1938 errichteten Lagerhalle für Barackenteile und Munition - später für das Fischfutter der Fischerei in Jamlitz genutzt, entwickelt die installative Hängung der großformatigen Fotobanner mit Motiven spielender Kinder oder dem Karussell mit Panzern eine ganz eigene Erzählweise, die als Background hinter den Interventionen im öffentlichen Raum gelesen werden kann.
Beim Tischgespräch am 1.9.2025 tauschte sich der Fotograf mit Herbert Schirmer (Kurator und letzter Kulturminister der DDR) und dem Publikum aus.
Fotos Frank Schinski
Christian Hasucha
Berlin
"davor/dabei/danach", 2025
Christian Hasucha, geboren 1955 in Berlin Neukölln, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum. Seine Installationen bewegen sich an den Schnittstellen von Raum und Prozess, Bewegung und Stillstand, Routine und Irritation. Mit montageartigen Eingriffen – sowohl in urbanen als auch ländlichen Kontexten – hinterfragt er gewohnte Wahrnehmungen und lenkt die Aufmerksamkeit auf alltäglich übersehene Orte.
„Ein baufälliger Giebel unter einem Satteldach. Drei marode Fenster im Untergeschoss und zwei oben für die Dachkammer, alle zum sandigen Fahrweg ausgerichtet….“(Zitat Christian Hasucha) sind Anlass für eine Wandschale mit dem Titel „davor/dabei/danach“. Vor das zum Einsturz verurteilte Mühlengebäude am Schneidemühlenteich verblendet der Berliner Künstler die rissige Fassade. Wie ein Gemälde fügt sich die Vorsatzschale mit den passepartoutähnlichen Öffnungen, die die nunmehr funktionslos gewordenen Fenster herausstellen, in das Landschaftsbild. Die Fenster sind stellvertretend für jene, die einmal hier herausgeblickt haben und wirken mit ihren verlassenen Blümchengardinen wie ein museumsdörfliches Relikt. Das Haus dahinter bleibt abrissreifer, aber existenter Bestand. Die weiße Fassade leuchtet von Weitem sichtbar und stellt den überraschten Spaziergänger vor die Frage, was hier wohl geplant würde. Ist es der 1:1 Entwurf einer Ersatzarchitektur, die hier als Echtmodell simuliert wird, oder der wohl vergebliche Versuch, das Gebäude doch noch zu retten und mit dieser Art Gips die Wunden der Zeit zu heilen. Alles ist im Moment der Schwebe, einem Gemälde gleich, auf dem sich die Schatten der Welt zu Graubildern formulieren.
Fotos: A.Grunemann
Chris Hinze
Cottbus
"First Nation", 2025
Der Musiker und Bildhauer aus der Nähe von Cottbus, einige dürften ihn aus der DDR Kultband Sandow kennen, beschäftigt sich neben Klanglichem auch mit Positiv-Negativ Volumina, die direkt vor Ort in Beton gegossen werden und eine besondere Korrespondenz mit der Umgebung aufnehmen. Seine Intervention „First Nation“ ist von diesem Sandhügel vor dem Ortseingang von Jamlitz inspiriert. Früher baute hier die LPG Feldfrüchte an, später galoppierten Pferde über die Ebene, nun liegt die Fläche schon länger brach. Das Gras wächst nur spärlich aber in besonderen Sorten, solchen, die sich der Kargheit des Bodens wehren können.
Chris Hinze legt hier eine Ausgrabung an und gräbt nach einer nie gesehenen, verschollenen Hochkultur. Er gräbt zunächst mit bloßen Händen und erzeugt so Negativformen, die er mit Beton ins Positive verkehrt. Hinze formt Samen vor dem Herzen und reichert sie durch seine Berührung mit Energie an. Energie, die er aus dem Ort schöpft, der den Künstler leitet, die Dinge so zu tun, wie er sie empfindet. Mit Liebe, Demut, Dankbarkeit entsteht Öffnung. Alle entstandenen Formen sind mit der Erde des Ortes verbunden. Der Beton ruhte 3 Wochen im Boden um dann vom Künstler ausgegraben zu werden. Die Brücke erlaubt dem Betrachter verschiedene Blickwinkel und so entsteht eine vielschichtige Erzählung. Die Sonne lässt die Schatten der Figuren über das Grabungsfeld wandern und verbindet das Flüchtige mit der festen Form. Die Phantasie tut ihr Übriges.
Fotos: Frank Schinski
Matthias Lehmann
Meißen
"Horstspot",2025
Der experimentelle Umgang mit dem Material Papier, das durch seine Beschaffenheit bereits mit dem ersten Knick oder der ersten Wölbung seine zweidimensionale Form verliert und unweigerlich in den dreidimensionalen Raum übergeht, bildet den Ausgangspunkt und die Grundlage vieler künstlerischer Arbeiten von Matthias Lehmann.
Die Arbeit "HORSTSPOT" thematisiert den zentralen, vernachlässigten Dorfplatz von Jamlitz mit seinem verlassenen Storchennest. Auf dem bestehenden Mast entsteht ein neues Nest aus gesammelten Ästen.
Der Titel HORSTSPOT spielt mit dem Begriff „Hotspot“, bezeichnet dieser doch einen belebten Treffpunkt, wo was los ist. Der Hotspot ist aber auch Bezeichnung für drahtlose Netzwerke, Kommunikation und allseits verfügbare soziale Medien. Mit beidem ist Jamlitz noch unterversorgt. Die antennenartige Aufrichtung des Mastes sowie die strahlenförmige Skulptur Lehmanns symbolisieren dieses Spannungsfeld zwischen lokalem Rückzug und globaler Vernetzung. Zugleich knüpft das Storchenmotiv an Legenden über Fruchtbarkeit, Familiengründung und Neubeginn an – ein augenzwinkernder Hoffnungsschimmer der durch die in die Höhe gereckten rot bemalten Aluminiumspitzen schon fast ein Klappern erwarten lässt. Nach dem Ende der Ausstellung und dem Abbau der Skulptur, soll der Nestaufbau als Anreiz und Hoffnungssymbol für die Ansiedlung einer echten Storchenfamilie erhalten bleiben.
Fotos: Frank Schinski
Lotte Lindner & Till Steinbrenner
Hannover
"Froschkönig", 2025
Das Künstlerduo Lotte Lindner & Till Steinbrenner lernte sich während des Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig kennen. Seit 2002 arbeiten sie gemeinsam und entwickeln vorwiegend konzeptuelle, ortsspezifische sowie performative Arbeiten. Bekannt sind Lindner & Steinbrenner für ihre absurde Raumkunst, die oft mit feinem Humor und überraschenden Interventionen auf bestehende Situationen reagiert.
Sie installierten ihre Arbeit in der alten Hälteranlage der Fischerei. Die Betonbecken wurden in der zweiten Hälfte der 80er Jahre in den Badeteich des Dorfes installiert. Schon damals gab es Stimmen, dass diese Produktionsstätte nicht lange produktiv sein würde. Man hörte nicht auf die Mahner, die das schwindende Wasser voraussahen. Seit Jahren liegen die Becken nun brach und zeigen die Wunden der Zeit.
Lotte Lindner & Till Steinbrenner sind für ihre Arbeit „Froschkönig“ in das Biotop gestiegen und haben dort einen lustigen Ball hinterlassen. Lustig, weil er dem Grüngrau einen schönen Kontrast beistellt und weil er nicht einfach auf der Wasseroberfläche schwimmt, sondern immer wieder unter Wasser gezogen wird, um dann mit frechem Platschen wieder empor zu schnellen damit sich das Schauspiel von Neuem abspielt.
Es geht den Künstlern „um die Qualität des (Wieder-)Auftauchens. Das Untertauchen, das Verschwinden ist unheimlich und melancholisch. Aber das Auftauchen ist eine Überraschung und bringt den Ball im positivem Sinne wieder an die Oberfläche. Im Ball ist immer diese aktive Energie des Auftriebs enthalten, auch in dem Moment in dem er nach unten gezogen wird. Es erinnert uns auch daran, das Energie, nach dem Energieerhaltungssatz, in einem geschlossenen System nicht verloren gehen kann. Also kann genaugenommen nichts wirklich ganz verschwinden. Das stimmt doch optimistisch, oder?“ (Zitat Lindner/Steinbrenner)
Fotos: Frank Schinski
Franziska Möbius
Leipzig
"Arrival", 2009/2025
Ihr Interesse gilt der sozialen Gesellschaft als komplexes und spannungsreiches Gebilde mit unterschiedlichen Einzel- und Gruppeninteressen. Ihr geht es darum, diese Spannungsfelder auszuloten zwischen Freiheit und Vorschrift, zwischen individuellen Interessen und gesellschaftlichen Absprachen. Sie möchte die Zwischenräume beschreiben, die real räumlichen, sowie die imaginären.
„ARRIVAL ist keine Skulptur im klassischen Sinn, sondern eine Spur – der Abdruck eines Rabenpaars, das gekommen ist, um zu blei-ben. Und doch bleibt offen, ob es sich dauerhaft niederlässt oder wieder verschwindet. Es verweilt im Übergang, in einem Schwebezustand zwischen Ankunft und Abschied. Die Rabenvögel selbst tragen diese Ambivalenz in sich: In alten Erzählungen gelten sie als düstere Boten, als Wächter zwischen den Welten, Träger von Omen. Viele fürchten sie – nicht wegen ihrer Düsternis, sondern wegen ihrer Andeutungskraft. Gleichzeitig stehen sie heute für Intelligenz, Anpassung und Nähe: Rabenvögel besiedeln den urbanen Raum, kommen zu den Menschen. Sie kehren ein in Parks, Lücken, Brachen. Sie leben auch von dem, was Menschen hinterlassen haben.
So stehen auch die aufgerichteten Schwingen in einer Landschaft, die Spuren von Weg-zug und Verlust trägt – und erzählen dennoch nicht nur vom Verschwinden, sondern auch von einer leisen Behauptung, einer Neubesiedelung. Die Schwingen markieren einen Ort, an dem etwas vergangen ist – vielleicht nicht nur, um zu erinnern, sondern um zu zeigen, dass etwas Neues bereits begonnen hat. ARRIVAL ist eine Einladung zur Aufmerksamkeit. Eine sich wiegende Geste, die fragt, wie nah uns das Fremde wirklich ist. Und ob es viel-leicht längst Teil unserer Gegenwart geworden ist.“ - Zitat der Künstlerin.
Fotos: Susken Rosenthal, Frank Schinski
Susken Rosenthal
Baitz
"Kartenhaus", 2025
Ausgehend von den vorhandenen Merkmalen und Geschichten eines Ortes entwickelt Susken Rosenthal schlüssige künstlerische Arbeiten. In letzter Zeit arbeitet sie vermehrt mit Fundstücken, deren Patina und Geschichte sie in die ästhetische Form einfließen lässt.
Dem nutzlos Gewordenen eine weitere Bestimmung zu geben und dabei auch die Sinnhaftigkeit unserer auf das Wegwerfen und Verschwendung orientierten Gesellschaft zu hinterfragen, bestimmt den Denkansatz der Künstlerin. Auch sie ist den Jamlitzer Fenstern nachgespürt. Fenster erzählen. Sie sind die Augen der Häuser. Das architektonische Wahrnehmungsorgan, welches in beide Richtungen durchlässig ist.
In Jamlitz baut sie ein Kartenhaus aus überwiegend in Jamlitz gefundenen Fensterrahmen von den Baracken der Kriegsjahre bis zum ausgebauten Vorwendestück. Die handwerkliche Präzision, die den alten Fenstern noch immer anhaftet, sieht man nur von Nahem. Ebenfalls die Nummerierungen, die auf das Holz aufgesprüht sind und sie als Bausatzelement der verschiedenen Barackentypen ausweisen. Einige Fenster stammen konkret aus den Offiziersbaracken am Raduschsee. Diese wurden dem Künstler Rudolf Grunemann mit seiner Familie zugewiesen. Nach und nach wurden die alten Fenster ausgetauscht und standen seither im Schuppen auf Halde.
Susken Rosenthal formuliert mit ihrem fragilen „Kartenhaus“ das Zusammenfallen des Verschwundenen verschiedener Zeiten. Sie montiert die Rahmen so gut es in ihren unterschiedlichen Formaten geht zum Kartenhaus und setzt es im idyllischen Obstgarten der Familie Hugler ab. Ein fragiles Dokument - ein Bild gegen das Vergessen des Verschwundenen.
Begleitprogramm:
Identität und Erinnerung
Im Begleitprogramm zur Ausstellung steht die Frage nach der eigenen Identität im Mittelpunkt. Dabei laden wir die Teilnehmer*innen und Besucher*innen ein, neue Standpunkte einzunehmen oder sich mit dem Verschwinden mit allen Sinnen in eigenem Tun zu beschäftigen: sei es in einer Schreibwerkstatt, einem Workshop mit dem Fokus auf Malerei und Mentalität oder einem Happening für die ganze Familie zum gemeinsamen Bau einer Feuerskulptur.
Gehaltvolle und spannende Tischgespräche mit unseren Künstlerinnen und Künstlern runden das Begleitprogramm ab und eröffnen, wie auch bei den Kuratorenführungen am Sonntag, neue Blickwinkel auf das, was da ist, was da nicht mehr ist und das, was vorstellbar wäre, wenn das, was stört, verschwunden wäre.
Gefördert von der Plattform kulturelle Bildung des Landes Brandenburg.
https://gesellschaft-kultur-geschichte.de/plattform-kulturelle-bildung-brandenburg/
TISCHGESPRÄCHE VORAB
an den Orten des Aufbaus
Dienstag, 05. August
mit den Künstlerinenen Susken Rosenthal und Franziska Möbius
Start: Am Schäferteich 6, 15868 Jamlitz
Mittwoch, 06. August
mit den Künstlern Christian Hasucha und Matthias Lehmann
Start: Am Schneidmühlenteich, Mühlenweg 2, Jamlitz
Donnerstag, 07. August
mit Lotte Lindner + Till Steinbrenner, Franziska Möbius und Chris Hinze
Start: Raduschweg 3, Jamlitz
Ausstellungsführungen
jeden Sonntag vermitteln die Kunstwerke
Sonntags am 17./24./31. August sowie am 7. September 2025 um 16 Uhr mit den Kuratoren der Ausstellung.
Offene Schreibwerkstatt
mit Ulrike Müller
17. August (So) 11-17 Uhr, Alte BHG; Kastanienallee 2, Jamlitz
AufSpüren - ein biographischer Poesie- und Theaterworkshop für Menschen allen Alters
Was sind wichtige Stationen im Leben?
Welche Orte, Menschen und Dinge haben in deinem Leben eine Spur hinterlassen?
Welche Geschichte verbindest du damit?
In der Schreibwerkstatt nähern wir uns diesen und weiteren Fragen und erfinden kleine Texte. Anschließend Werkschau zum Workshop und Lesung aus: »Blick zurück nach vorn oder ich bin geboren in einem Land, dass es nicht mehr gibt« (Verlag der Autoren GmbH & Co KG, Frankfurt am Main )
Teilnehmerbeitrag 20 €/ ermäßigt 10 € Anmeldung unter: projekte@brandung-ev.de
oder telefonisch (AB) 033671 2297
ab 17 Uhr öffentliche Werkschau der Schreibwerkstatt
Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Ulrike Müller ist in Cottbus geboren, studiert später Schauspiel und ist heute breit aufgestellt. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Theater heute« wurde sie 2012 für ihr Stück »Das Projekt bin ich« zur »Besten Nachwuchsregisseurin« nominiert. Für ihr Hörspiel »Das Projekt bin ich« war sie 2015 für den »ARD-Online-Award« nominiert und gewann den »Deutschen Hörspielpreis der ARD«.
Workshop und Tischgespräch mit Hermes Entenza
"WAS WO WIE ist Heimat?"
30. August 2025 (Sa)
Hermes Etenza ist Maler - sein Medium ist das fließende Aquarell. Die Teilnehmer*innen des Workshops erleben am eigenen Leib wie es sich anfühlt sich nur eingeschränkt verständigen zu können und erleben auch das große Potenzial von Humor und Kreativität in der Begegnung mit dem Künstler.
Gerade wurde sein Asylantrag bewilligt und der Exilkubaner, der in seinem Land nicht arbeiten kann blickt mit Freude und Unsicherheit in seine neue Zukunft - hat er doch seine Heimat zurücklassen müssen.
Im Tischgespräch spricht Entenza über kritische Positionen kubanischer zeitgenössischer Kunst
Chris Hinze
Konzert: "Instrument:Labor"
24. und 31. August 2025 (So) 19 Uhr
Chris Hinze ist in den 1980er Jahren Gründungsmitglied der Avantgardeband der DDR Sandow und seitdem Musiker.
Das hier aus viel Blech und Schläuchen zusammengebaute Instrument gleicht einem Labor zur Erforschung von Klangwelten. Gut dass Chris Hinze gleich zwei Konzerte gegeben hat. So konnte man erleben wie unterschiedlich ein und das selbe Setting klingen kann - je nachdem wie die Verfasstheit des Künstlers ist. Mal melodiös, mal sphärisch-meditativ - aber immer ein Klangerlebnis.
Freitagsdiskussion und Schau
"Verbotene Filme der DDR"
29. August (Fr) und 05. September (Fr) um 19 Uhr, Filmstart 20.30 Uhr
»Ich bin der neue Parteisekretär« – »Und ich bin Pittiplatsch der Liebe«, kommentiert Manfred Krug frech in »Spur der Steine« (1966). Zwischen 1951 und 1981 verschwanden 19 DEFA-Produktionen in der Schublade. Gebrandmarkt mit dem Etikett: staatsfeindlich, dekadent, psychologisierend, jugendgefährdend, antikommunistisch oder kapitalistisch. Erich Honecker monierte: Nihilismus, Skeptizismus und Pornografie. Eine Diskussion über das, was man wirklich nicht sagen durfte im sozialistischen Staat.
Als besonderen Gast am 05. September 2025 freuen wir uns den DEFA Regisseur Siegfried Kühn zu begrüßen. Der inzwischen 90 Jährige studierte an der Moskauer Filmhochschule bei Gerassimov drehte zwischen 1967 und 1992 in Babelsberg und der Welt und schrieb später weiter Drehbücher. Als einer der wichtigsten DEFA-Filme der 1970er Jahre hat sich "Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow" erwiesen, den Kühn 1972/73 nach einem Szenarium von Helmut Baierl dreht. Platow (Fritz Marquardt), ein älterer Bahnwärter, soll wegen der Elektrifizierung seiner Strecke aufs Nebengleis verschoben werden. Doch er geht – anstelle seines bequemen Sohnes – zur Weiterbildung auf die Reichsbahnschule und beginnt damit nicht nur beruflich ein neues Leben. Die Komödie, die inhaltlich und stilistisch (Kamera: Roland Dressel) mit unterschiedlichen Mitteln spielt, wird als unprofessionell angefeindet und kommt nur versteckt ins Kino. (Filmportal.de)
Montagsführung und Tischgespräch
01. September (Mo) 17 Uhr, Start Alte BHG, Kastanienallee 2, Jamlitz
Montagsführung - Für alle, die an den Wochenenden verplant sind...
01. September (Mo) 19 Uhr, Alte BHG, Kastanienallee 2, Jamlitz
Tischgespräch zwischen Harald Hauswald und Herbert Schirmer
Das soziale Interesse machte Harald Hauswald, zusammen mit seiner künstlerischen Ambition, innerhalb kürzester Zeit zu einem bedeutenden Fotografen des Ostens. Bei diesem Tischgespräch ist er im Austausch mit Herbert Schirmer (Kurator der Spektrale, der Lausitzer Fototage und letzter Kulturminister der DDR).
https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Schirmer
Harald Hauswald wurde 1954, in der sächsischen Provinz, in Radebeul bei Dresden geboren. Nach einer Lehre als Fotograf und verschiedenen Jobs, zog es ihn 1978 in die »Hauptstadt der DDR«, nach Ostberlin. Mit liebevollem, aber schonungslosem Blick beobachtet er seither sein Land. Als einer der wenigen DDR-Fotografen veröffentlichte er, anfangs anonym, und ab Mitte der 80er Jahre unter seinem richtigen Namen, Fotoreportagen in westlichen Magazinen, wie »GEO«, dem »Zeitmagazin« oder der »Taz«.1989 wurde Harald Hauswald in den Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) aufgenommen. 1990 gründete er mit sechs weiteren DDR-Fotografen die Agentur »OSTKREUZ«.
Feuer + Flamme: gemeinsames Bauen mit Hannes Forster
Foto: Annalena Fritsche
19. September (Fr), 16-19 Uhr - Freies Bauen für Jung und Alt
20. September (Sa), 14-19 Uhr - Freies Bauen für Jung und Alt
21. September (So), 14-19 Uh - Freies Bauen für Jung und Alt
21. September (So), 19.30 Uhr FORM +FLAMME - Entzünden der Skulptur im Beisein der Freiwilligen Feuerwehr Jamlitz
Gemeinsames Bauen einer Feuerskulptur mit dem Künstler Hannes Forster.
Es ist keine Anmeldung erforderlich. Unbehandelte Holzreste sind sehr willkommen.
Hannes Forster ist als Künstler seit über 20 Jahren in der Gemeinde Jamlitz ansässig. 2019 war er Gründungsmitglied des Vereins »brandung e.V.« und kuratiert seither Ausstellungen im Namen des Vereins. Seine eigene künstlerische Arbeit verortet sich im Bereich Installation und Skulptur. Sein bevorzugtes Material ist Stein. Aus gebrannten Ziegeln oder alten Biberschwänzen, baut er neue Formen mit anspruchsvollem und zuweilen brisantem Inhalt, wie bei seinem »Kriegedenkmal«, welches 2025 in Mellensee eingeweiht wurde.
In Jamlitz leitet er das Bauen einer Holzskulptur an, die nur dazu dient, eine besonders interessante Flamme zu erzeugen.
Als kleiner Verein sind wir selbstverständlich auf Unterstützung angewiesen:
Wir danken allen Förderern für ihr Vertrauen und die damit verbundenen Fördermittel und allen Freunden und zuweilen sogar unbekannten Menschen, die uns tatkräftig unter die Arme greifen.
Mit freundlicher Unterstützung:




RÜCKBLICK
2023
Bestand und Fiktion
05.08. — 03.09.2023

2021
Standort_Bestimmung
07.08. — 05.09.2021

brandung e.V.
Kunst und Kultur in der Region
Dahme-Spree-Neiße